Selbstverständnis

Aus einer Gesellschaft, in der Menschen tagtäglich unterdrückt und eingeschränkt werden und aus einer Szene heraus, die ihrem eigenen antisexistischen Anspruch nicht gerecht wird, haben wir uns Ende des vergangenen Jahres zusammengeschlossen. Wir, eine Gruppe von Frauen* mit unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründen, wollen gemeinsam für die Verhältnisse kämpfen, die uns schon lange zustehen. Dabei verstehen wir die Bezeichnung Frau* nicht als biologische Gegebenheit, sondern als soziale Kategorie. In unserem Wirken wollen wir sowohl als Frauen* identifizierte Personen unterstützen, als auch Personen jenseits der normativen Geschlechterbinarität, unabhängig von Sexualität, sozialen Umständen und äußerlichen Merkmalen.
Uns ist die Bekämpfung von Sexismus, Mackertum und Patriarchat eine wichtige Motivation, sie reiht sich aber ein in eine konsequente Ablehnung gegenüber Rassismus, Faschismus, Antisemitismus, Klassismus und allen anderen Unterdrückungsformen.

Wir streben eine Gesellschaft an, in der Unterschiede zwischen Menschen nicht als hierarchiebildende Faktoren wahrgenommen werden. Als Ausgangspunkt für eine Veränderung sehen wir unser direktes soziales Umfeld an und fordern daher auch dort einen Abbau von Machtstrukturen und solidarischen Zusammenhalt mit all denen, die durch diese Verhältnisse benachteiligt werden. Der Anspruch eines Miteinanders, in dem sexistisches Verhalten keinen Platz hat, ist in der linken Szene bei weitem nicht verwirklicht. Im Gegenteil. Antifaschistische und antirassistische Arbeit, die nicht aus der Perspektive von (heterosexuellen, weißen, studierenden) Männern* geschaffen wird, gibt es wenige bis gar keine. Unterdrückendes, ausschließendes Verhalten wird stetig reproduziert, jedoch kaum angesprochen und kritisch hinterfragt. Wer dies doch tut, gilt schnell als Nestbeschmutzer. Dies ist für uns ein untragbarer Zustand. Wir sind für eine bedingungslose Anwendung der Definitionsmacht.

Wir wollen jegliche Formen von Herrschaft, Unterdrückung und Diskriminierung thematisieren, kritisieren, reflektieren und abbauen – sowohl in der Gesamtgesellschaft als auch „im kleinen Kreis”, nach „außen” und nach „innen”. Dabei fangen wir mit uns selbst an. Wir wollen selbst aktiv werden, uns stetig reflektieren, eigene Unterdrückungsmechanismen abbauen, Zustände hinterfragen, unangenehm sein, uns weiterentwickeln. Wir wollen Veranstaltungen und Aktionen durchführen, die unserer Meinung nach fehlen – als Gruppe von Frauen* und auch in Zusammenarbeit mit anderen (pro)feministischen Zusammenhängen. Dabei sind wir davon überzeugt, dass Antifaschismus und Feminismus zusammengedacht werden müssen.